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Besiedlung |
Das Gebiet um Ittelhofen war bereits in vorchristlicher Zeit besiedelt. Eine eiserne Frühlatenfibel die im Bereich des Langenhart- Forstes gefunden wurde, war eine Grabbeilage aus dem 5. Jahrhundert vor Christus. Fibeln waren metallene Gewandnadeln, die einer heutigen Sicherheitsnadel ähnelten. Bis ins Mittelalter waren sie die einzigen Kleiderverschlüsse, die nach und nach von den Knöpfen abgelöst wurden.
Im Verlauf des 6. und 7. Jahrhunderts haben die Baijuwaren entlang der Donau, von Böhmen her vorrückend, den sogenannten Nordgau (Gebiet zwischen Lauterhofen und Ingolstadt) in Beschlag genommen. Sie nutzten die Nebentäler der Donau und der Altmühl, um in das Gebiet vorzudringen. In den Tälern der Schwarzen Laber, Weißen Laber und Wissinger Laber entstanden die sogenannten -ing Orte, die als die ältesten bajuwarischen Siedlungen anzusehen sind. Leichter Zugang zum Wasser und ausreichend landwirtschaftlich nutzbare Fläche zeichneten die Orte aus. Der nächste Besiedlungsschub zwischen dem 7. Und 9. Jahrhundert lies sich in reichlichem Abstand zu den -ing Orten (Wissing) in den -hofen Orten (Ittelhofen, Schnufenhofen) bzw. -hausen nieder. Ein alter Personenname und die entsprechende Endung gaben in der frühen Siedlungsperiode dem Ort den Namen. Ittelhofen dürfte die Bedeutung bei den Höfen des Utilo zugrunde liegen.
Erstmalig findet Ittelhofen am 14. April 1109 urkundlich Erwähnung. Uetelhouen wird als Bestandteil des Gründungsbesitzes des Klosters Weißenohe bei Gräfenberg in der Fränkischen Schweiz aufgelistet. In den Jahren 1146 und 1205 tauchte der leicht abgewandelte Name Utelnhoin als Besitz des Klosters Weißenohe nochmals auf.
Im Jahre 1180 waren die Wittelsbacher mit dem Herzogtum Bayern belehnt worden und versuchten nach und nach ihr Herrschaftsgebiet durch Erbschaft oder Erwerb auszubauen. Neben anderen kam es zu Erbstreitigkeiten mit Hochstift Eichstätt um das ehemalige Landgericht Hirschberg und deren östlichen Besitzungen. Mit dem Vertrag von Gaimersheim vom 19. Oktober 1305 wurden eben jene den Wittelsbachern unterstellt. Damit kam das Gebiet um Holnstein, also auch Ittelhofen, in den Besitz der bayerischen Herzöge. |
Die Herren von Ittelhofen |
Gefolgsleute von Königen oder dem hohen Adel wurden zunehmend mit Grundbesitz, dem Dienstlehen entlohnt. Im laufe der Zeit wurde aus den oft aus unteren Schichten kommenden Dienstleuten höhere Funktionsträger, die sich zum niederen bzw. landsässigen Adel weiterentwickelten.
Die Familie der Herren von Ittelhofen dürfte einen ähnlichen Werdegang hinter sich gehabt haben, als Rudgerus von Ittelhofen (Rudgerus de Utilhofen) ab 1221 zum Landsassenadel aufstieg.
Verbunden mit dem gesellschaftlichen und wirtschaftlichem Aufschwung der Herren der burgartig befestigten Hofmark hielt die Hofmarksgerechtigkeit ihren Einzug in Ittelhofen. Das bedeutete für die Eigentümer der Hofmark die niedere Gerichtsbarkeit. In der Praxis hatten die Herren zu Ittelhofen über den Hofmarksitz und 2/3 des Ortes die Strafgerichtsbarkeit (Ausnahme: schwere Verbrechen), die Zivilgerichtsbarkeit und Polizeigewalt inne. Das restliche Drittel des Ortes unterstand der Holnsteiner Gerichtshoheit. Ein Anlaß der über Jahrhunderte hinweg immer wieder zu Streitigkeiten zwischen den Herren der Hofmark und den Holnsteiner Gerichtsherren führte.
Weitere Namen des Ittelhofener Adelsgeschlechts im 13. Jahrhundert:
Heinrich von Ittelhofen Konrad von Ittelhofen Hildebrand von Ittelhofen Dietrich von Ittelhofen
Daß die Herren von Ittelhofen des öfteren als Zeugen für Rechtsgeschäfte und Urkunden herangezogen wurden, spiegelt ihr hohes Ansehen wieder. Zusätzliche Positionen unterstreichen ihren Stand; um 1388 wird zum Beispiel Wilhelm von Ittelhofen als Pfleger zur Adelsburg genannt. In einem Kaufbrief des Bischofs von Eichstätt findet sich 1396 das Siegel Willhelms von Ittelhofen, der als Zeuge des Geschehens auftreten durfte.
Als Pfalzgraf Christof 1439 als neuer dänischer König seinen Zug nach Norden antrat, wird neben anderen Rittern auch ein Ittelhofer als Begleiter hervorgehoben. |
Von Ittelhofen nach Deining |
Ende des 14. Jahrhunderts erbte die Frau Konrads von Ittelhofen (eine geborene Schweppermann) von ihrem Vater den Besitz zu Deining. Bereits 1401 wird er als Konrad zu Deining belegt. Ab diesem Zeitpunkt scheint das Geschlecht der Ittelhofer ihren Sitz nach Deining verlegt zu haben. Der Hofmarkssitz selbst wurde zu Beginn des 16. Jahrhunderts durch das Schlösschen Grünstein bei Wissing erweitert. Das Gut in Ittelhofen wurde anderen Herren als Lehen übergeben. Erst 1547 verzichtete Jacob Adam von Ittelhofen als letzter der Herren zu Ittelhofen auf seine Hofmark. |
Die Reformation |
Im Jahre 1513 bekam Pfalzgraf Friedrich II. die Oberpfalz übertragen. Während er noch stärker Luther zugeneigt war, waren seine Nachfolger Friedrich III. und Friedrich IV. überzeugte Calvinisten, ein radikale Form des Protestantismus. Die Untertanen hatten den Religionwechsel jeweils mitzuvollziehen.
Die Ausbildung des landesherrlichen Kirchenregiments lies den Untertanen eines Herrschers oftmals keine andere Wahl. Wechselte der Landesherr die Religion mußten sie den Wechsel mitmachen oder auswandern. Das Prinzip cuius regio, cuius religio (wessen Herrschaft, dessen Religion) war im Augsburger Religionsfrieden von 1555 festgeschrieben worden. Überall, wo das ius reformandi (Recht zum Religionswechsel) galt, galt auch das ius emigrandi (Recht zum Auswandern).
Vor dem Hintergrund dieser Reformationswirren zogen die Ittelhofener Herren nach Österreich; sie weigerten sich den neuen lutherischen Glauben anzunehmen. Die Verzichtsurkunde Jacob Adams von Ittelhofen weist ihn 1547 als wohnhaft in Österreich aus. |
Der 30-jährige Krieg |
Als nach Ausbruch des Krieges im Jahre 1618 die Oberpfalz 1621 als Kriegsbeute an Bayern zurückgefallen war, wurde die Region wieder rekatholisiert.
Der 30-jährige Krieg mit all seinen Truppenaufmärschen und Kämpfen zwischen der katholischen Liga und der protestantischen Union hatte dramatische Auswirkungen auf die hiesige Bevölkerung. Mordende und plündernde Soldaten verbreiteten Angst und Schrecken. Hinzu kamen der Hunger und die Pest. Mißernten zwischen den Jahren 1619 und 1628 ließen den Getreidepreis in die Höhe schnellen. Zahlte man für ein Scheffel Korn 1619 nach 13 Gulden, kostete er in den Folgejahren bereits 66 Gulden.
Dramatischer wirkte sich die Ausbreitung der Krankheiten wie die Pest, Ruhr, Grippe, Pocken oder Gelbfieber aus. Truppenaufmärschen begleiteten häufig Pestepidemien. Die hygienischen Zustände innerhalb der einzelnen Verbände waren katastrophal. Der Bevölkerungsverlust betrug in Bayern zwischen 30 -50%. Die Bevölkerung Deutschlands verringerte sich während des Krieges von 16 auf ca. 10 Millionen Menschen.
1632 schreibt Pfarrer Mockh, Pfarrer von Waldkirchen und Wissing:
Es ist nicht auszusprechen ,in welch unchristlicher, furchtbarer ,heidnischer und bestialischer Weise die Soldaten sonderlich den 9. und 10. Julio, dieser Orten herumgehaust; will anders geschweigen, wie viele armer Hirten, alter Männer, Frauen und Jungfrauen werden tot hin- und hergefunden täglich noch in den Wäldern und Getreid... .
Ein weiteres Übel beklagt er am 26 Juli 1637: Es gäbe in der ganzen Gegend so viele Wölfe, daß sie sogar in die Dörfer kämen und Geisen zerrissen, wie erst in Kemnathen mitten im Dorf. Ein Pfarrkind habe sogar nahe bei Wissing einen jungen Wolf gefangen.
Im Januar 1639 sollten mehrere Regimenter Winterquartier in der Oberpfalz beziehen. Dazu forderte die Obrigkeit von allen Ämtern die Belegfähigkeit der einzelne Orte zu melden. Das Amt Holnstein meldete die Anzahl der Haushalte: ... Ittelhofen 15, Thannbrunn, Biermühle, Riedhof Matzenhof und Wiesenhaid sind öd und leer, Schnufenhofen 14, Freihausen 10, Wissing 20, Waldkirchen ist öd, Herrmannsberg 7... .
Das Jahrhundert der permanenten Kriege oder die allgemeine Krise des 17. Jahrhunderts drückte auch der Oberpfalz ihren schrecklichen Stempel auf. In Erscheinung trat hier Hans Christof Kastner zu Ittelhofen, der 1620 in der Kompanie Hundt des Jakob Hundt von Thumsenreuth als Lehnsmann mit einem Pferd angeführt wird. |
Die Familie Apian |
Der von den Ittelhofenern verlassene Stammsitz wurde als Edelmannssitz weitergeben. Von den Ittelhofenern ging er auf die Familie Schütz über, ihnen folgten die Wurmrauscher. 1533 gab Hans Wurmrauscher die Hofmark an den Jägermeister Vinzenz von Würzburg, den späteren Pfleger zu Holnstein, weiter. Zwar stiftete Jacob Adam von Ittelhofen 1544 noch eine Kapelle in Ittelhofen, 1547 verzichtete er jedoch endgültig auf die Hofmark und nun erhielt der Ingolstädter Astronom und Mathematiker Peter Apian im Juni 1547 die landesherrliche Bestätigung für den Kauf der Hofmark Ittelhofen. Diese Bestätigung beinhaltete folgende Freiheitsbewilligungen für einen Adelsherren, daß er nämlich:
1. wie ein Anderer der ehrbaren Landsassen vom Adel zu Bayern geachtet und gehalten werde.
2. daß er richten und strafen Könne um Pfandung seiner Zins und Gulden, um Schulden, Raufen, Schlagen, Werfen, Verwunden, Schelten, Schmähen (doch ohne malefizisch zu seyn und Hals und Hand antreffend)
3. die Taferngerechtigkeit, Bräuhaus, Schmid- und Badstatt aufrichten dürfe.
4. einen frischen Brunnen durch Anschüttung eines Weihers und noch daran gelegenen Brunnens in das Dorf Itlhofen führen, und die Badstatt, die vor dem Dorfe lag, gelegenheitlich bauen können;
es wurde ihm ferner bewilligt:
5. Scharwerk und Mannschaft
6. das Recht auf seinen Gründen Bären, Hasen und Füchse zu schießen, zu fangen und zu jagen, dergleichen Vögel und Hahnen mit Strick und Garn zu erbeuten, jedoch alles dieses nur mit der Beihilfe von Dienstboten und Verwandten, und mit Ausnahme von Auer- und Birkgeflügel.
7. das Recht ein Brauhaus zu halten, jedoch mit der Beschränkung, nicht mehr zu brauen, als was er zu seiner Haushaltung bedarf, oder was er in seiner Tafern ausschenken läßt.
Dafür mußte Apian sich verpflichten, sich auf seinem Sitz (Sess) in Ittelhofen bei nächster Gelegenheit häuslich niederzulassen. Die Privilegien beinhalteten aber nicht die Hochgerichtsbarkeit (Malefizgerichtsbarkeit), die das Amt Holnstein für sich in Anspruch nahm.
Peter Apian (1495 als Bienewitz geboren) war ein weithin bekannter Mathematiker und Astronom. Eines seiner großen wissenschaftlichen Werke war eine Weltkarte, eine der ersten Generalkarten überhaupt. Im Bereich der Vermessungstechnik dürfte Peter Apian noch heute einen großen historischen Namen haben. |
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Grabstein beider Söhne - Seine Söhne Claudius und Carl übernahmen die Verwaltung der um einige Güter in Kemnathen und Dirn erweiterten Hofmark Ittelhofen. Ihre Grabsteine sind heute in der Kirche in Ittelhofen zu sehen.
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Philip Apian trat in die Fußstapfen seines Vaters. Mit Herzog Albrecht kam er überein das bayerische Herzogtum völlig neu zu vermessen. Durch neue Meßinstrumente und Methoden, meist noch Erfindungen seines Vaters, gelang ihm das Vorhaben äußerst zuverlässig. 8 Jahre bereiste er Bayern und es entstand die erste, auf eine genaue Vermessung beruhende Landkarte Bayerns.
Der Landkarte fügte Philip Apian noch eine detaillierte Abhandlung über die soziale, wirtschaftliche und gesellschaftliche Situation Bayerns hinzu, die Descritio Bavariae. Trotz seiner Leistungen entließ ihn der bayerische Herzog und er ging als Professor für Geometrie nach Tübingen. Am 14. November 1589 verstarb er nach einem Schweren Schlaganfall. Sein Grabstein ist in der Tübinger Stiftskirche noch erhalten.
Karl und Claudius Apian wurde 1564 von Ihren Lehnsherren, den Herren von Heideck, unter anderem zugestanden:
... die vier Füße von jedem an der Kirchweih geschlachtetem Vieh, welches innerhalb der Dorfgrenzen auf der Mühle und auf der Radstube getötet wurde, und das Kirchtagsrecht, wobei von allen was an dem Kirchtag feil ist, fünf Heller der Gutsherrschaft zu geben waren; zusätzlich erhielt er von jedem Wirt, der von einem Wagen ausschenkte eine Maß Wein.
Die Hofmark Ittelhofen wurde 1608 nach dem Tod Karl Apians von seiner Frau (eine geborene Kastner) an Christof Kastner weiterverkauft. |
Familie Grüner und das Benefizium zu Ittelhofen |
1656 wurde, wahrscheinlich als Folge des wirtschaftlichen Niedergangs im 30-jährigen Krieg, die Hofmark öffentlich versteigert - es war ein Gantgut. Johannes Reinhard Grüner bekam für 4500 Gulden den Zuschlag. Unter Führung der Familie Grüner erreicht die Hofmark wieder neuen wirtschaftlichen Glanz. 1698 erweitert Johann Andreas Grüner die Hofmark um die Herrenmühle. Da die bereits vorhandene Mühle (untere Mühle) der Holnsteiner Hoheit unterstand, mußten die Untertanen der Hofmark ihr Getreide nun in der Herrenmühle mahlen lassen.
Die Differenzen ziwchen den Herren von Ittelhofen und den Holnsteinern manifestierten sich in den Streit beider Mühlen, um den Zulauf des Wassers. Schließlich setzte man bei der Unteren Mühle im 19. Jahrhundert Eichpfähle und legte so den Wassermindestzulauf fest. Noch Anfang des 20. Jahrhunderts, die Herrenmühle war inzwischen ein Sägewerk, beklagte die Müllerin der Unteren Mühle den zeitweiligen Mangel an Wasser, bedingt durch eine Sperre an der Herrenmühle. Bis Mitte der 20er Jahre unsers Jahrhunderts mahlte die Untere Mühle noch Getreide. Das Holzrad der Unteren Mühle (es mußte alle 12 Jahre erneuert werden) wurde 1938 durch ein eisernes Mühlrad ersetzt (ist heute nach zu sehen).
Die Familie der Grüner war ihrerseits hoch geschätzt, so waren sie 1707 im Amberger Landtag vertreten.
Anna Grüner vermachte einem Amberger Waisenhaus 3000 Gulden und stiftete am 10. April 1730 für 6000 Gulden ein Benefizium in Ittelhofen (für nur 4500 Gulden war die gesamte Hofmark ersteigert worden). Im Benefizium wurde bestimmt, daß ein qualifizierter Priester (Benefiziat) für die Stifterin und ihre Familie wöchentlich 5 Frühmessen lesen mußte - und zwar künftig und zu ewigen Zeithen.
Die 6000 Gulden waren zu 5% Zins auszuleihen und dienten dem Unterhalt des Benefiziaten. Zusätzlich standen ihm ein eigenes Haus und 2 Tagwerk Feld zu, und jährlich erhielt er 12 Klafter Holz vom Hofmarksgut.
Die Benefiziaten von Ittelhofen: 1731-1736 Franz Plattenmacher 1740-1742 Konrad Gerner 1742-1750 Johann Weiß 1750-1756 Alber Satori 1756-1771 Johann Weiß 1771-1774 Ambroß Karl 1774-1784 Leonhard Gutenberger 1787-1792 Alois Pracher 1792-1834 Georg Mayr 1835-1868 Vitus Kölbl 1869-1873 Ulrich Hunner 1874-1902 Josef Fersch 1902-1905 Andreas Ferstl 1905-1908 Quartan Schmidt 1908-1912 Fabian Stengl 1912-1913 Karl Schneider 1915-1917 Mathias Bernhard 1917-1920 unbesetzt 1920-1941 Meyer Josef 1941-1957 Anton Frühauf
Der Wert des Stiftungskapitals wurde im Laufe der Zeit immer geringer und die Benefiziaten bekamen verstärkt Zulagen und Spenden. Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Benefizstelle mit dem Weggang Anton Frühaufs nicht mehr neu besetzt. An der Stelle des ehemaligen Benefiziatenhauses steht heute der Kinderspielplatz; nur die alten steinernen Gartenpfosten hinter dem Spielplatz erinnern noch an den alten Benefiziatengarten.
In Lengenfeld ließ Anna Grüner ein Benefizium mit einem Kapitalwert von 8000 Gulden einrichten.
Sie stiftete in Wissing die Johanniskirche zu Wissing und die Jakobikirche in Ittelhofen. Diese wurde an der Stelle der alten Kapelle errichtet und am 20. Oktober 1730 eingeweiht. 1760 stiftet Anna Bierschneider noch einen Kreuzweg. Anfangs hingen im Glockenturm 2 Glocken aus dem 14. bzw. 15. Jahrhundert. 1932 kam eine dritte hinzu, die im Rahmen des Umbaus des Glockenturms mit den Spenden der Dorfgemeinschaft neu gekauft werden konnte. Dem neuen Glockenturm wurde statt der ursprünglichen Zwiebelform der heute noch zu sehende Dachreiter aufgesetzt. Die kleinste der 3 Glocken dient inzwischen - gespendet von der Ittelhofener Kirchenverwaltung - im Totenhäuschen zu Waldkirchen als Totenglocke. |
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Die Kirche von Ittelhofen - In den Jahren 1972/1976 und 1990 wurde die Kirche innen und außen renoviert und ist in ihrer einfachen Schönheit ein Schmuckstück des Ortes Ittelhofen.
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Die Jungfrauenstiftung |
Neben der Stiftung der Anna Grüner soll an dieser Stelle noch von einer anderen Stiftung die Rede sein.
Der Benefiziat Georg Sebastian Mayr stellte um 1816 500 Gulden für eine sogenannte Jungfrauenstiftung zur Verfügung. In den Genuß der Stiftung kamen die Töchter aus Ittelhofen und Wachtelhof bei ihrer Hochzeit. Allerdings nur, wenn sie sich des Jungfernkranzes für würdig erhalten haben, wurden ihnen einmalig 40 Gulden als Brautgeschenk überreicht. Um 1825 modifizierte Benefiziat Mayr die Stiftung in Richtung allgemeine Almosenvergabe. Es hatte sich in den Jahren ergeben, daß sich keine würdige Person verheiratete.
Ob sie als Motivation für ein keusches voreheliches und damit gottgefälliges Leben oder zur Vermeidung tragischer Lebensumstände (eine ledige Mutter wurde von der Gesellschaft ausgestoßen) gedacht war, ist nicht erwiesen . In beider Hinsicht hatte die Stiftung nur mäßigen Erfolg. Bei ca. 3 unehelichen Kindern um 1800 jährlich waren es Ende des 19. Jahrhunderts durchschnittlich 7 uneheliche Kinder bei etwa 30 Geburten im Jahr.
2 verläßliche Männer, zu Beginn Jakob Werner und Josef Pöringer, verwalteten die für die Ewigkeit gedachte Stiftung. Sie verlor jedoch in den 20er Jahren unseres Jahrhunderts fast völlig an Wert und war als letzter Verwendungszweck ein kleiner Beitrag für die Renovierung des Glockenturmes. |
Das Ende der Hofmark |
In der Ära nach der Familie Grüner übernahm 1740 Baron Kajetan von Nothaft die Hofmark. Sein Schwiegersohn Baron Nepomuk Josef von Audritzky dürfte ein bereits stark an Bedeutung verlorenes Gut vorgefunden haben. Bei seiner Hochzeit mit einer der Töchter Nothafts waren eher unstandesgemäß der herrschaftliche Jäger und der Lehrer von Waldkirchen die Trauzeugen. Laut Pfarrer Joseph Fersch in seiner Chronik aus dem Jahr 1878 war die Frau Audritzkys eine passionierte Karten- und Lottospielerin, weshalb das endgültig Gut verarmte.
1783 kauften die Grafen von Holnstein die Hofmark Ittelhofen. Sie ließen unverzüglich das Wohnhaus (Schloß) der Hofmarksherren und das dazugehörige Brauhaus abreißen. Den Holsteiner Herren war die Ittelhofener Gerichtsbarkeit seit langem ein Dorn im Auge. Praktisch war damit das Ende der Hofmark besiegelt.
1795 wurden weitere Teile der Hofmark verkauft. 1848 traten die Grafen von Holnstein ihre Patrimonialgerichtsbarkeit an den bayrischen Staat ab und verkauften ihre Besitzungen nach und nach an den Grafen Max von Grafenreuth. Der heute mit großen Kastanienbäumen bewachsene Platz unterhalb der Kirche (‚Kugelplan‘) wechselte 1850 den Eigentümer. Gastwirt Jakob Auerbach kaufte die Fläche, wo sich früher das Schloß der Hofmark befunden hatte. Mit folgendem Kaufvertrag endet die Geschichte der Hofmark Ittelhofen:
Die Kommunherrschaft Itlhofen verkauft den allordialen ganz öden und unnützbaren Platz in der Mitte des Ortes Itlhofen entlegen, auf welchem ehemals das herrschaftliche Schlößchen stand, welches im Jahre 1804 abgetragen wurde, und in welchem sich ein eingegangener Flußbrunnen und ein verschütteter Keller befinden, samt diesen an den Wirth Aurbach zu Itlhofen nun neue rechtsbindung eine baar bezahlte Kaufsumme 25 fl (zwanzig fünf Gulden) über deren Bezahling hiedurch quittiert wird
Dessen zur Bestätigung fertiges selbe in Kraft ihr zustehendes Rechtes der Siegelmäßigkeit obigen Käufer Jakob Aurbach gegenwärtigen Verkaufsurkunde durch Unterschrift und Eintragung des angeborenen adelichen Siegels in aller Rechtsform aus Holnstein den 12. September 1850.
Graflich von Holnstein’sche Comungüter Administration von Holnstein, Itlhofen und Pollanten Karl Graf von Holnstein aus Bayern
Dieser Graf Max von Grafenreuth veräußerte 1853 seinen restlichen Ittelhofener Besitz an den Güterhändler Simon Meier-Levi, der es bis 1856 besaß und mit der ‘Grundabtrümmerung’ des ehemaligen Rittergutes Ittelhofen die Hofmarkstradition formal beendete. |
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