|
 |
Startseite Feuerwehr Chronik der Feuerwehr
|
 |
 |
Der Feuerschutz |
Eine der ältesten überkommenen Bestimmungen über die Hilfspflicht bei Feuersbrünsten findet sich im Stadtbuch der Stadt Augsburg vom Jahr 1276. „Weinträger" (wintrager) und Wasserträger sollen mit ihren täglichen Gebrauchsgegenständen Löschwasser zur Brandstelle tragen. Ähnliche Anordnungen wurden in den meisten deutschen Städten veröffentlicht. Bis Ende des 17. Und im Laufe des 18. Jahrhunderts haben alle deutsche Städte und Länder eigene Feuerordnungen auf ihren Gebieten. Die technischen Hilfsmittel zur Brandbekämpfung waren bis zum 19. Jahrhundert den Gegebenheiten entsprechend. In den Feuerordnungen des 17. Und 18. Jahrhunderts ist in erster Linie von Butten, Zubern, Wasserfässern und Feuereimern zur Heranschaffung des Wassers die Rede. Leitern, Einreißhaken, Dachkrücken und ähnliches Handwerkszeug hatten Mauerer, Zimmerleute, Dachdecker und Schloßer im Brandfall mitzubringen.
Die Vorratshaltung an Feuereimern wurde meist ausdrücklich angeordnet. Jeder neue aufgenommene Bürgersohn solle,so eine Stadtverordnung, wenn er sich verheiratet einen brauchbaren „wohlverpichten" ledernen Feuereimer anschaffen. („keinen schlechten, so die Hausierer zum Verkauf auf dem Lande herumtragen"). Ende des 18. und anfang des 19. Jahrhunderts wurden die Feuerwehren zunehmend mit Spritzen ausgestattet. Die Feuerwehren hatten bis ins 19. Jahrhundert selten einen vereinsähnlichen Organisationsstatus. Eine Art Vorläufer der freiwilligen Feuerwehren dürften Ende des 18. Jahrhunderts Vereine gewesen sein, die als Ziel die Rettung von beweglichem Eigentum bei Feuersgefahr hatten. Erst im Laufe des 19. Jahrhunderts wurden in breiter Form der Freiwilligen Feuerwehren die behördliche Genehmigung erteilt. |
Die Freiwillige Feuerwehr Ittelhofen |
Da in früheren Jahrhunderten die Gebäude in Ittelhofen,wie auch in anderen Dörfern, in erster Linie aus Holz errichtet und mit Stroh bedeckt waren, bedeutete Feuer immer einie latente Gefahr für die gesamte Ortschaft. Auch Ittelhofen blieb nicht unverschont.Vom Februar 1788 berichtet Pfarrer Georg Balthasar Reiser: „ Am Fest St. Agathae hat man auf Vorstellung des Pfarrers ab anno 1788 aus Gelegenheit einer Feuers Brunst in Ittelhofen in Haus Nr. 3 angefangen ein Lobamt zu Ehren dieser heiligen Martyrin zu halten.Am 26. November 1838 verbrennt bei einer Feuersbrunst in Ittelhofen das zehnjährige Bauernkind Johann Werner.
Die Freiwilligen Feuerwehren finden ihren eigentlichen Ursprung in den Pflichtfeuerwehren der einzelnen Gemeinden. Jede Gemeinde hatte für entsprechenden Feuerschutz zu sorgen und die Feuerwehren auszustatten. Bereits 1868 am 3. Oktober beschließt die Gemeinde Ittelhofen den Ankauf einer Handspritze für 500 – 600 Gulden. Ittelhofen und Freihausen teilten sich die Unterbringung der Gerätschaften auf. So waren die Leitern in Ittelhofen und Freihausen jeweils unter einem „Holzdach gelagert".
Ist noch 1878 die Rede von 56 Mitgliedern der Pflichtfeuerwehr Ittelhofen, so findet sich am 29. September 1879 ein „Verzeichnis der Mitglieder der freiwilligen gegründeten Feuerwehr in der Gemeinde Ittelhofen". 55 Ittelhofener und Freihauser Mitglieder bildeten zu diesem Zeitpunkt eine gemeinsame Freiwillige Feuerwehr, die aber keinen „Hochoffiziellen Vereinsstatus hatte.
Am 05.April 1895 gründete Freihausen und am 10. August 1909 gründete Ittelhofen ihre Freiwillige Feuerwehr. Veranlaßt zur Gründung wurde Ittelhofen durch eine "kursorische Gemeindebesichtigung" vom 23. März 1909 durch das königliche Bezirksamt Beilngries. Neben weiteren Anmerkungen sollten, so die Besichtigung aller Strohdächer in Ittelhofen und Freihausen beseitigt werden, und Ittelhofen wurde aufgefordert, eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen. Noch im gleichen Jahr schritt man zur Gründung. |
|
 |
 |
Strohdach - Das letzte Haus mit Strohdach stand in Ittelhofen noch bis zum Jahre 1950 und gehörte Jakob und Christine Heindl.
|
|
|
Der Kommandant führte die ganze Mannschaft an; im Brandfall stand ihm der Adjutant zur Seite und leitete seine Befehle entsprechend weiter. Je nach Anzahl der aktiven Mitglieder gab es eine oder mehrere Kompanien. Eine Kompanie bestand meist aus 2 Zügen mit jeweils 10 Mann. Im 1. Zug standen die Steiger, die das Steiggerät, z.B. die Leitern, mit sich führten und gegebenenfalls in das brennende Gebäude eindrangen. Im zweiten Zug standen die Spritzenmänner, die die Pumpe bedienten und die Saug und Druckschläuche verlegten. Gab es einen 3. Zug, dann sammelten sich dort die Ordnungsmänner, bestehend aus älteren Wehrmännern und Invaliden. Sie sollten beim Räumen von Gebäuden mithelfen oder erschöpfte Feuerwehrler ablösen.
Die Übungen gehörten damals wie heute zum festen Ausbildungsplan der Feuerwehrler.. Am 12. Juni 1910 beschloß der Vorstand der FFW Ittelhofen, beim Fernbleiben von einer Übung eine Ordnungsstrafe von 30 Pfennigen zu erheben. Eine zuvor stattgefundene Übung war scheinbar sehr mangelhaft besucht gewesen.
|
|
 |
 |
Gerätehaus - Das erste Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Ittelhofen
|
|
|
Der Neubau der Wasserleitung in Ittelhofen im Jahre 1928 stellte für die Feuerwehr einen ersten Höhepunkt dar. Mit den Wehren der umliegenden Ortschaften führte man am 28.Oktober 1928 die erste Hydrantenprobe durch, wobei hier neue Schläuche zum Einsatz kamen. Beeindruckt zeigte man sich vom großen Druck, den die neue Wasserleitung ermöglichte. Zu diesem Zeitpunkt besaß die Feuerwehr Ittelhofen 165 Meter Hydrantenschlauch. Eine weitere Hydrantenprobe nahm man nochmals am 22. Juni 1930 vor. Mit dem Eintrag vom 31.Dezember 1931 über eine Versammlung enden die Niederschriften im Protokollheft vor dem 2. Weltkrieg. Zu Beginn des 2. Weltkrieges war Georg Vögerl 1. Kommandant und Wendelin Zucker Vorstand. Unter den Nationalsozialisten traten die Vereine der Freiwilligen Feuerwehren in den Hintergrund. An ihrer Stelle sollten sogenannte Polizeihilfstrupps gesetzt werden. Beitrittsdaten einzelner Mitglieder der FFW Ittelhofen belegen allerdings, daß die Vereinsstruktur in Ittelhofen weiterhin Bestand hatte. Erst nach dem Ende der Nazidiktatur 1945 wurde die alte Form des Vereinswesens wieder Teil des Feuerlöschwesens. 1948 übernahm Josef Beringer als Vorstand und Kommandant die Führung der FFW Ittelhofen, 2. Kommandant wurde Georg Götz, Gerätewart war Franz Geitner, Kassier Justin Schleer und Schriftführer Josef Aurbach. 1956 wurde Justin Schleer Bürgermeister der Gemeinde Ittelhofen und Georg Waffler wurde Kassier. 1963 wurde Wendelin Vögerl Schriftführer.
Die erste größere Aktion nach dem Ende des 2. Weltkrieges war der Bau eines Feuerweihers. Noch unter Bürgermeister Meier beschließt der Ittelhofener Gemeinderat den Bau eines Feuerweihers in Ittelhofen und Freihausen in die Wege zu leiten. Die Kosten für beide Weiher wurden mit 14.000 DM veranschlagt. Im Mai 1957, jetzt unter Justin Schleer als Bürgermeister, wurde mit dem Bau der Weiher begonnen. Trotz geleisteter Hand- und Spanndienste der Gemeindebürger mußte sich der Gemeinderat mit einer Bitte um einen Zuschuß an das Landratsamt Beilngries wenden. Die Kosten waren auf 25.615 DM gestiegen (rund 80% über dem geplanten Ausgaben) und brachten den Gemeindehaushalt in arge Nöte.
Am 14.01.1959 wurde die neue Satzung der FFW Ittelhofen durch den Beilngrieser Landrat Pröll genehmigt. Die FFW Ittelhofen bestand zu diesem Zeitpunkt aus:
18 aktiven Mitgliedern 21 passiven Mitgliedern 11 Ehrenmitgliedern.
Nächster Einschnitt in der Geschichte der FFW Ittelhofen bildete der Ankauf eines Feuerwehrlöschfahrzeuges. Am 26. März 1963 stimmte der Gemeinderat Ittelhofen der Anschaffung zu. Zu dem Kaufpreis von 16.000 DM kamen noch 5.000 DM für den Neubau des Gerätehauses hinzu. Am 10. Dezember 1963 konnten Bürgermeister Justin Schleer, Kommandant Josef Beringer und Zeugwart Franz Geitner das neue Löschfahrzeug vom Typ TSF mit TS 8/8 in Empfang nehmen (laut Protokollbuch als erste Gemeinde im Landkreis Beilngries).
Noch im gleichen Jahr konnten mehrere Mitlieder der „ersten Stunden" des Vereins für 50 bzw. 40 Jahre Mitgliedschaft geehrt werden. |
|
 |
 |
Ehrung - Sitzend v. links: Sebastian Schmausser, Michael Schneider. Stehend v. links: Georg Götz, Franz Geitner, Josef Schlierf und Willibald Bierschneider
|
|
Fahnenweihe 1969 |
Das nächste Großereignis in der Geschichte des Vereins war das 60-jährige Gründungsfest mit Fahnenweihe am 27. Juli 1969. Patenverein war Schnufenhofen. |
|
 |
 |
Festdamen - von links: Elisabeth Beringer, Stilla Beringer und Schwarzer Rosemarie. Fahnenmutter Barbara Vögerl
|
|
|
 |
 |
Fahnenjunker - von links: Alfred Gschrey,Kurt Schwarzfischer und Michael Schmalzl
|
|
|
Obwohl noch am Freitag eine Sturmboe das halbe Zeltdach abgedeckt hatte, konnte das Festwochende vor rund 700 Gästen mit einem Bunten Abend eingeleitet werden.
Am Sonntag den 27. Juli 1969 wurde nach einem Kirchenzug die Fahne feierlich geweiht.
Damalige Ehrengäste waren Schirmherr Landrat Pröll, Gemeinderäte von Ittelhofen mit Bürgermeister Schleer, Rektor Heene Waldkirchen, Pfarrer Schödl Waldkirchen, und Jagdpächter Behringer Parsberg. Nachmittags um 14 Uhr wurde bei strahlendem Wetter der Festzug mit 47 Vereinen abgehalten. Mit einer abendlichen Tanzveranstaltung klang das Festwochenende aus. Ein Jahr später am 7. Juli 1970 stellte man selbst den Patenverein für die FFW Holnstein.
Mit der Eingemeindung Ittelhofens in die Gemeinde Seubersdorf wurden am 1. Juni 1976 die Feuerwehren Freihausen und Ittelhofen in den Brandbezirk Seubersdorf übernommen.Die folgenden Jahre innerhalb der FFW Ittelhofen waren geprägt von Übungen und Leistungsprüfungen, die den Ausbildungsgrad der Feuerwehrmänner auf hohem Niveau halten sollten. 1982 zeigte sich, daß das Feuerwehrauto der FFW Ittelhofen nicht mehr den technischen Anforderungen gerecht werden konnte. In einem Schreiben vom 19. Mai 1982 wies man den Seubersdorfer Gemeinderat daraufhin, den Ankauf eines neuen Fahrzeuges ins Auge zu fassen. Dieses Ansinnen wurde vorerst noch zurückgestellt. Immer wieder versuchte nun die Vorstandschaft, den Ankauf eines neuen Feuerwehrautos durchzusetzen. Am 26. April 1985 war es dann aber soweit. Bürgermeister Adalbert Götz, Gemeinderat Wendelin Vögerl, Kommandant Rupert Achhammer und KBM Gruber holten das neue Fahzeug beim Hersteller Ziegler in Singen ab. Am 27. Juni 1985 wird es im Rahmen eines feierlichen Aktes in den Dienst der FFW Ittelhofen gestellt. |
|
 |
 |
Feuerwehrauto -
|
|
|
Parallel dazu wurde das Gerätehaus in Eigenleistung renoviert. Zur Funkausstattung des neuen Autos steuerte man 3000 DM aus der Vereinskasse hinzu. Konnten bisher die Einnahmen der Vereinskasse nur über Beiträge und über die Christbaumversteigerung erzielt werden, so beschloß die Vorstandschaft unter dem Vorstand Werner Schlierf 1984 ein Sommerfest mit Bierzeltbetrieb abzuhalten. Seither wird alle 2 Jahre dieses Fest abgehalten.
Das bisher größte Projekt der FFW Ittelhofen deutete sich bereits Ende der 80er, Anfang der 90er Jaher an. Der bauliche Zustand des Gerätehauses war trotz der Renovierung beim Neukauf des Fahrzeuges 1985 erbärmlich. Immer wieder drängte die Vorstandschaft die Gemeinde Seubersdorf, den Neubau des Gerätehauses zu realisieren. Am 28. Oktober 1990 stellte man einen offiziellen Antrag, der den dringenden Neubau des Gerätehauses begründete. Sollte die Bezuschussung stimmen, so Bürgemeister Hans Stauner bei der Jahreshauptversammlung 1991, könnte man eventuell 1992 loslegen. Trotz des desolaten Zustandes des alten Gerätehauses und der in Aussicht gestellten Eigenleistungen mußte sich die FFW Ittelhofen noch etwas gedulden.
Im Jahr 1995 konnte nun endlich der Neubau des Gerätehauses in Angriff genommen werden. |
|
 |
 |
Baustelle - Links der Rohbau, rechts das alte Feuerwehrhaus
|
|
|
Der Seubersdorfer Gemeinderat unter Bürgermeister Stauner genehmigte das Bauvorhaben.. Bis Dezember 1995 konnte der Rohbau fertiggestellt und winterfest gemacht werden. Rund 3000 Stunden Eigenleistung der FFW Ittelhofen unter Rupert Achhammer und natürlich das finanzielle Engagement der Gemeinde Seubersdorf ließen in den beiden folgenden Jahren ein Schmuckstück in Ittelhofen enstehen. |
|
 |
 |
Feuerwehrhaus -
|
|
|
Am 14. Juni 1998 konnte man zur offiziellen Einweihung des Gerätehauses schreiten.
Alle Mitglieder der FFW Ittelhofen, eine Fahnenabordnung der gemeindlichen Feuerwehren mit je 4 Mann und die Ehrengäste führten den Festzug zur Kirche an. Im Anschluß an den Gottesdienst segnete Pfarrer Johann Zeilbeck das neue Gerätehaus. Was lange währt, wird endlich gut, so Bürgermeister Johann Stauner, und das mit Recht. Nach den Plänen von Architekt Michael Kühnlein war das Gerätehauses erbaut worden.
Ebenso wie der Stellvertretende Landrat Gailer, würdigte er den Einstatz der FFW Ittelhofen beim Bau des neuen Hauses. Vorstand Rupert Achhammer hob die Eigenleistungen hervor. Das Feuerwehrhaus mit dem Schulungsraum dient aber nicht nur der Erfüllung der Aufgaben einer Feuerwehr, sondern stärkt auch den Erhalt der Gemeinschaft im Dorf. |
 |
|
 |
 |
 |
|